Lärmschutzmaßnahmen für künftigen U3 - Endbahnhof Gebersdorf

Zugesagte Bürgerbeteiligung wird ernst genommen

  • von  Redaktionsteam
    29.03.2014
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Vorstellung der Planung nach Lärmgutachten

Planung Bahnhof Gebersdorf

"Wie versichert wurde, soll die Lärmbelästigung möglichst gering gehalten werden. Ein Lärmgutachten eines externen Gutachters - unter Berücksichtigung der jeweiligen Art der Bebauung (allgemeines Wohngebiet, Gewerbegebiet) sowie des unterschiedlichen Lärms (Baulärm, Betriebslärm) - ist noch in Bearbeitung. Eine frühzeitige Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung ist nach Fertigstellung vorgesehen." -  So berichteten wir in "Zusage eingelöst - Ortstermin für Anwohner des zukünftigen U3-Endbahnhofs Gebersdorf".

Und es wurde wiederum Wort gehalten:

Am 27.03.2014 fand - initiiert und moderiert durch unsere SPD Stadträtin Katja Strohhacker - ein weiteres Treffen betroffener Anwohner des künftigen Endbahnhofs, Vertretern des Bürgervereins Gebersdorf, dem Vorsitzenden der SPD Gebersdorf/Großreuth Roman Wenzel mit Vertretern verschiedener involvierter Abteilungen der Stadt Nürnberg sowie dem externen Gutachter statt.

Aus den Ausführungen der Vertreter der Stadt Nürnberg ist festzuhalten:

  • Die Höhe und Ausrichtung des (unterirdischen) Bahnhofs läßt grundsätzlich die Möglichkeit einer Weiterführung der U3 nach Oberasbach bzw. in Landkreis Fürth offen. Siehe auch Plandarstellung (Bild 2 oben).
  • Die Abstellanlage wird im automatischen Betrieb mit einer Kapazität von 14 Zugeinheiten (Kurzzügen) befahren.
  • Der aktive Lärmschutz (= Maßnahmen an Entstehungsquelle) muß vollständig ausgeschöpft werden, anschließend - sofern gesetzliche Werte noch nicht erreicht werden - folgt der passive Lärmschutz (z.B. Schallschutzfenster). Die gesetzlichen Grenzwerte sind dabei abhängig von der Einstufung des Gebiets, d.h. hier allgemeines Wohngebiet.

Zu den vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen:

  • Aktiver Lärmschutz entlang der Wendeanlage sowie der kompletten Abstellanlage, teilweise auch darüber hinaus, damit "Eindringen" des Schalls von "vorne" verhindert wird.
  • Teilweise Errichtung einer "Ballschutzwand" bzw. einer Lärmschutzwand mit Übersteigeschutz. Die Lärmschutzwand überragt dabei das umgebende Geländeniveau um 2 Meter. Zusammen mit der Absenkung des Gleisniveaus um 2 Meter gegenüber dem umgebenden Bereich erreicht der Lärmschutz, gemessen vom Entstehungspunkt/-niveau des Lärms aus, insgesamt rund 4 Meter Höhe (zum Vergleich: Höhe eines U-Bahnzuges = 3,8m). 

Der externe Gutachter ergänzte noch:

  • Stadt Nürnberg betreibt viele Maßnahmen zum Schutz der Bürger, die über den Regelfall hinaus gehen (z.B. Normalfall = Kombination aktiver + passiver Lärmschutzmaßnahmen; Normalfall = offene Bauweise, hier: teilweise Untertunnelung).
  • Selbst ohne passive Maßnahmen werden die gesetzlichen Grenzwerte (59 Dezibel bei Tag, 49 db in der Nacht) eingehalten, was ein Indiz für die guten aktiven Lärmschutzmaßnahmen ist.
  • Nur wenige Bahnstrecken (i.d.R. ICE - Hochgeschwindigkeitstrassen) im Bundesgebiet verfügen über eine Schutzhöhe von 4 m.
  • Es besteht zusätzlicher Schutz (der bei Ermittlung/Errechnung der notwendigen aktiven Lärmschutzmaßnahmen nicht einbezogen wurde!) durch Gebäude Lidl sowie Schutzwand Lidl.

Sein Fazit:
Stadt Nürnberg kann nicht mehr machen, da ansonsten Zuschußfähigkeit insgesamt gefährdet wäre.


Nun ist es jedoch nicht so, daß alle Probleme gelöst und alle Wünsche der Anwohner mit dieser Veranstaltung erfüllt wären:

  • So wurde die weitere Reduzierung der Lärmwerte (Anwendung von TA-Lärm?) angemahnt.
  • Das von den Anwohnern beim Rangieren befürchtete "Schienenquietschen" soll im Kontakt mit VAG noch besprochen und - sofern erforderlich - Maßnahmen dagegen ergriffen werden.
  • Eine Begrünung der Schallschutzwände als Sichtschutz für den Bereich der Abstellanlage wird überprüft.
  • Was aber sicher noch einer genaueren Information und auch Diskussion bedarf, ist die Lösung/Einrichtung eines P&R-Systems sowie die dann vorgesehene Verkehrsanbindung an die Buslinien. Hierzu wären angabegemäß (weitgehend bereits bestehende) 7 Buslinien an einem Busbahnhof zu platzieren.

Hier werden wir auf eine Informationsveranstaltung mit den für die Planung verantwortlichen Bereichen (Verkehrsplanung + Stadtplanung) dringen.