Katja Strohhacker scheidet aus Stadtrat aus

Die langjährige SPD-Stadträtin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPDStadtratsfraktion, Katja Strohhacker, zieht sich Ende Februar aus dem Stadtrat zurück.

  • von  Redaktionsteam
    14.02.2019
  • Beiträge, Über uns, Strohhacker

Die langjährige SPD-Stadträtin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPDStadtratsfraktion, Katja Strohhacker, zieht sich Ende Februar aus dem Stadtrat zurück.

Nach 11 Jahren politischer Arbeit als ehrenamtliche Stadträtin ist ihr dieser Schritt nicht
leichtgefallen. Die durch Mandat und politische Arbeit bedingte Arbeitsmenge zusätzlich zu Beruf und Familie wird ihr künftig nicht mehr möglich sein. „Nach einer längeren Krankheitsphase im letzten Jahr will und muss ich zukünftig besser und verantwortungsbewusster mit meinen gesundheitlichen Ressourcen umgehen“, so Katja Strohhacker.

Katja Strohhacker wurde 2008 für die SPD in den Nürnberger Stadtrat gewählt, war
etliche Jahre wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion und seit 2014 hatte sie
darüber hinaus das Amt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden inne. Die
ausgewiesene Wirtschaftsexpertin, die selbst als Geschäftsführerin eines
mittelständischen Unternehmens tätig ist, prägte über Jahre hinweg maßgeblich das
wirtschaftspolitische Profil der Fraktion.

Ein großes Anliegen war und ist ihr die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft, die
Gründerlandschaft mit ihren Gründerzentren in Nürnberg, sowie eine
familienfreundliche Wirtschaftsregion. Sie hatte zudem immer wieder ein Leitbild
Industrie eingefordert, das mittlerweile Taktgeber für zahlreiche Projekte wurde.
Kontinuierlich hat sich Katja Strohhacker dafür eingesetzt, insbesondere die Interessen
von Frauen in Wirtschaft und Politik voranzubringen. Sie etablierte neben weiteren
Veranstaltungsformaten die „rabenrote businessparty“ als ein Vernetzungstreffen für
Frauen, die in Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft engagiert sind. Als
Erstunterzeichnerin der Nürnberger Resolution und aktives Mitglied bei Erfolgsfaktor
Frau (efF) warb sie stets für die Einführung einer gesetzlichen Quote bei der Besetzung
von Aufsichtsräten und Vorständen. Sie trieb zudem die Quotierung der kommunalen
Aufsichtsgremien voran, so dass die Stadt Nürnberg bereits 2014 mit bundesweiter
Signalwirkung eine derartige Quotenregelung einführte. Seither werden diese Gremien
mit mindesten 40 % Frauen besetzt.

Hartnäckig verfolgte Strohhacker auch das Ziel, gegen die Flut an Spielhallen und
Wettbüros in Nürnberg vorzugehen. Das Vergnügungsstättenkonzept der Stadt sieht
sie als erfolgreiches Instrument zur Eindämmung von Spielstätten, auch wenn der
Freistaat in der Vergangenheit leider versäumt hat, noch aktiver gegen Spielhallen
vorzugehen. Zuletzt hatte sie sich dafür stark gemacht, dass Nürnberg einen Beauftragten für Nachtökonomie bekommt. Die „Wirtschaft nach Acht“ ist ein wichtiger Wirtschafts- und
Standortfaktor und verdiene eine wertschätzende Begleitung, so Strohhacker.
Gleichzeitig müssen aber auch nicht ausbleibende Konflikte, z.B. mit Anwohnern
aufgrund von Lärm gemanagt werden.

Im Ausschuss für Personal und Organisation konnte Katja Strohhacker ebenfalls ihre
langjährige berufliche Erfahrung einfließen lassen. Hier war ihr die Serviceorientierung
der Verwaltung und ein modernes Personalmanagement stets ein zentrales Anliegen.
Auch als stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats am Klinikum Nürnberg
begleitete sie wichtige organisatorische Veränderungen, stets mit dem Ziel, den
Kommunalbetrieb trotz der bekannten und oft nicht ganz einfachen
Rahmenbedingungen bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.

Die gebürtige Nürnbergerin hat sich im besonderen Maße für ihren Stadtteil Gebersdorf eingesetzt, für deren Bürgerinnen und Bürger sie stets ein offenes Ohr hatte. Die Verlängerung der U-Bahnlinie 3 nach Gebersdorf hat sie fortwährend unterstützt. Mit Rat und Tat will sie sich künftig weiterhin im SPD-Ortsverein engagieren.

Vorstand und Fraktion bedanken sich ausdrücklich für das große kommunalpolitische
Engagement von Katja Strohhacker.