Neubauabschnitt der U3: Teilschnittfräse untergräbt den Main-Donau-Kanal

Nachrichten aus dem Rathaus Nr. 239 / 16.03.2021; Stadt Nürnberg, Presse- und Informationsamt

  • von  Stadt Nürnberg / Redaktionsteam
    17.03.2021
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Ausbau der U-Bahnlinie U3 nach Gebersdorf: Bewehrungsarbeiten im Tunnel. Bildnachweis: Stadt Nürnberg/U-Bahnbauamt

Ausbau der U-Bahnlinie U3 nach Gebersdorf: Aktuell steht die Unterquerung des Main-Donau-Kanals an. Bildnachweis: Stadt Nürnberg/U-Bahnbauamt

Wir können es quasi täglich im Bereich der Kreuzung Fürth - Süd beobachten, wie die Arbeiten für die künftige Ankunft der U3 in Gebersdorf voranschreiten. Über die "unterirdischen" Arbeiten und Fortschritte des Baus der U3 in Richtung Gebersdorf berichtet das Presse- und Informationsamt der Stadt Nürnberg:

"Der Bau des U-Bahntunnels im Neubauabschnitt der U3 in Richtung Gebersdorf schreitet voran. Aktuell steht die Unterquerung des Main- Donau-Kanals zwischen Kleinreuth und Gebersdorf an. Vor 35 Jahren
wurde bereits ein U-Bahntunnel unter dem Kanal im Stadtgebiet Nürnberg erstellt – damals wurde der Streckenabschnitt der U2 zwischen Röthenbach und Hohe Marter gebaut. Für die aktuelle Aufgabe hat das
U-Bahnbauamt der Stadt Nürnberg besondere Maßnahmen vorgesehen und mit allen Beteiligten abgestimmt. Intensive Überwachungen am Kanal und unter der Erde begleiten die technische Herausforderung.

Der U-Bahntunnel verläuft planmäßig neun Meter unter dem Kanal. Durch den großen Abstand und insbesondere durch die getroffenen Maßnahmen beim Tunnelbau werden keine Auswirkungen auf den Kanal erwartet. Der Main-Donau-Kanal hat eine Abdichtung, die für eine genaue Untersuchung des Untergrundes nicht durchbohrt werden kann. Somit kann die Geologie im Bereich des Kanals im Vorfeld nicht genau ermittelt werden. Mit dieser Ungewissheit über den Untergrund muss der Tunnelbau seit jeher umgehen. Das belegt auch ein im Tunnelbau geläufiges Sprichwort aus dem Bergbau: „Vor der Hacke ist es duster“: „Erst beim tatsächlichen Fräsen des Tunnels erfährt man, wie die Verhältnisse unter Tage tatsächlich sind. Alle Projektbeteiligten müssen gemeinsam auf den angetroffenen Boden reagieren und das weitere Vorgehen festlegen“, erklärt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. 

Begleitet wird das Unterfangen durch eine intensive Überwachung unter der Erde. Es werden laufend die Verformungen des eingebauten Betons überwacht. Die bisher aufgetretenen Setzungen in den bereits erstellten Bereichen belaufen sich auf wenige Millimeter. Auch an der Oberfläche wird der Kanal durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung verstärkt überwacht. Es finden täglich Begehungen und Überprüfungen statt. Hierdurch können Undichtigkeiten oder Veränderungen an der Oberfläche zuverlässig und zeitnah festgestellt werden. 

In diesem Bauabschnitt wird für jede Fahrtrichtung eine eigene Röhre erstellt. Für jeden Tunnel ist eine Vortriebsdauer von vier Wochen unter dem Kanal vorgesehen. Es wird hierbei aber nur die erste Sicherung mit Spritzbeton erstellt. Die endgültige Betonschale wird erst nach Abschluss aller Vortriebsarbeiten im Nachgang erstellt.

Die Inbetriebnahme der neuen rund zwei Kilometer langen Strecke erfolgt voraussichtlich im Jahr 2025. Einschließlich Ausbau betragen die Gesamtkosten rund 138 Millionen Euro. Das Bauprojekt wird durch Bund und Freistaat Bayern aus den Förderprogrammen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) und des bayerischen Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr (BayÖPNVG) mit rund 93 Millionen Euro bezuschusst."   maj